Arbeitslosigkeit

Lebenskrisen können das gewohnte Leben schwer erschüttern. Der Umgang mit einschneidenden Erlebnissen, wie beispielsweise Todesfall in der Familie oder Verlust des Arbeitsplatzes, ist nicht einfach – obwohl sie manchmal ein natürlicher Teil des Lebenszyklus sind. Meist finden Betroffene Unterstützung durch nahestehende Menschen. Wer sich in einer Lebenskrise befindet, sollte sich jedoch auch nicht davor scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Der Verlust des Arbeitsplatzes

Forschungsergebnissen zufolge sind psychische Probleme unter arbeitslosen Menschen häufiger verbreitet als unter Beschäftigten. Die Gefahr, an Depressionen, Angstzuständen, aber auch körperlichen Erkrankungen zu leiden, ist um ein Vielfaches höher, wenn ein Mensch keine Arbeit hat. Symptome, die während der Phase einer Arbeitslosigkeit häufig beobachtet werden, sind unter anderem Appetitverlust und Schlafstörungen. Auch Unwohlsein, Frustration und der Kampf mit der eigenen Identität treten manchmal auf. Das Selbstbewusstsein nimmt häufig ab.

Auch stellen existenzielle Sorgen während der Arbeitssuche einen hohen Belastungsfaktor dar. Die Auswirkungen auf das soziale Leben sind bei Beschäftigungssuchenden oft sehr stark. Nicht allein die Arbeitslosigkeit, sondern auch die Angst davor ist ein Stressfaktor.

 

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist ein sehr persönlicher und negativer Einschnitt im Leben. Wie die neue Lebenslage erlebt und empfunden wird, kann daher auch individuell sehr unterschiedlich sein. Viele Betroffene durchlaufen mehrere Gefühls- und Verarbeitungsstadien. Das Spektrum möglicher Phasen ist weitreichend.

 

Erholung vom Schock

Nach einem anfänglichen Schock (Wie kann das sein? Was soll ich jetzt machen? Warum ich? …), kann eine Phase des Optimismus folgen (Der nächste Job wird besser. Ich fange etwas Neues an . . .).

Manchmal wird die Arbeitslosigkeit anfangs sogar als Erleichterung und Erholung wahrgenommen. Insbesondere, wenn der Kündigung negative Erlebnisse vorangegangen sind, z.B. Mobbing, Intrigen oder Burnout. Man kann z.B. mit den Kindern mehr Zeit verbringen. Doch das Befinden schlägt meist schnell ins Gegenteil um. Denn unter Arbeitslosigkeit empfindet man das Mehr an freier Zeit nicht als „Freizeit“. Auch haben nur wenige Freunde und Familienmitglieder untertags Zeit, sie folgen einem anderen Tagesablauf.

 

Selbstzweifel bis Resignation

Dauert die Arbeitslosigkeit länger an, rückt vermehrt Pessimismus in den Vordergrund. Mehr und mehr wird die Arbeitslosigkeit zur Belastung. Sorgen, Ängste und Selbstzweifel machen sich breit (Ich kann nichts bieten. Niemand lädt mich zu einem Bewerbungsgespräch ein. Ich komme aus dieser Lage nie wieder raus etc.). Schlafstörungen und andere Unruhezustände können sich entwickeln. Die persönliche, aber auch soziale Identität verliert mitunter mehr und mehr an Gestalt.

Positive (Zukunfts-)Gedanken werden immer weniger, die Zuversicht schwindet. Am Ende dieser Negativspirale kann sich Resignation einstellen, d.h., man nimmt die Situation als gegeben hin, hat nur wenig Zukunftsperspektiven.

 

Nicht aufgeben!

Es hängt von vielen Umfeldfaktoren ab, wie man die Situation verarbeitet und darauf reagiert. Neben der finanziellen Ausgangslage spielen z.B. die Persönlichkeit, das Alter, die Qualifikation, der Familienstand, eventuelle bisherige Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit sowie die persönliche Belastungsverarbeitungsfähigkeit (Coping, Resilienz) eine große Rolle. Wesentlich ist auch, ob man in der Familie Allein- bzw. Hauptverdiener ist.

Die Unterstützung durch Familie, Freunde und Mitmenschen ist ein weiterer wesentlicher Faktor in der Bewältigung. Wichtig ist, einer Resignation bewusst gegenzusteuern. Neben der aktiven Suche nach einem neuen Job, kann es helfen, den Tag zu strukturieren und sich zu beschäftigen („ablenken“).

 

Quelle: Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs

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