Mobbing

Psychoterror am Arbeitsplatz hat seit Mitte der Neunzigerjahre einen Namen: Mobbing. Damit ist die systematische Ausgrenzung von Menschen gemeint, die mit massiven Folgen für die Betroffenen sowie für das gesamte Arbeitsumfeld verbunden ist. Mobbing kann jede/jeden treffen. Einzelne oder eine Gruppe werden zum „Täter“ – das „Opfer“ flüchtet meist (es wird z.B. zur Kündigung getrieben) oder wird krank. Die Gefahr liegt darin, das Mobbingphänomen zu verharmlosen oder zu tabuisieren. Wer möchte sich schon gerne als „Opfer“ outen?

 

Was ist Mobbing?

Ein Streit mit dem Chef? Hasstiraden von der Kollegin? Was ist Mobbing nun eigentlich genau? Unter Mobbing am Arbeitsplatz versteht man eine konfliktbelastete Kommunikation (z.B. jemanden „wie Luft behandeln“) unter Kollegen/Kolleginnen oder zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern. Dabei ist die angegriffene Person unterlegen (z.B. weniger gut vernetzt, machtloser) und wird von einer oder mehreren anderen Personen systematisch, häufig über einen längeren Zeitraum, angegriffen, mit dem Ziel und/oder Effekt das Opfer vom Arbeitsplatz zu vertreiben (z.B. durch Kündigung oder Versetzung). Betroffene empfinden dies als belastend und diskriminierend – manchmal bemerken sie es allerdings selbst erst spät. Mobbing kann Sicherheits- und Gesundheitsrisiken hervorrufen.

 

Mobbinghandlungen

Der Psychologe und Mobbingforscher Heinz Leymann identifizierte unterschiedliche Handlungsebenen des Mobbings.

Zu diesen zählen Angriffe auf:

  • soziale Beziehungen (z.B. Ignorieren der betroffenen Person),
  • Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. ständiges Unterbrechen während eines Gesprächs),
  • die Berufs-/Lebenssituation (z.B. sinnlose Aufgabenzuteilung),
  • die Gesundheit (z.B. Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten) und
  • das soziale Ansehen (z.B. Verbreitung von Gerüchten).

 

Mobbingphasen

Mobbing tritt gewöhnlich in Phasen auf. Vom ungelösten Konflikt bis hin zu Gewalt ist alles möglich.

 

Phase 1 – Konfliktphase
Bei vielen Mobbingfällen besteht anfangs ein ungelöster Konflikt. Die/der Betroffene kann allerdings noch damit umgehen. Die Aggression der/des Mobbenden ist unterschwellig.

 

Phase 2 – Phase der indirekten und direkten Aggression
Mobbing etabliert sich als systematischer Prozess. Der/Die Mobbingbetroffene wird für die bestehende Lage zur Verantwortung gezogen und entwertet. Selbstzweifel der/des Betroffenen treten auf. Es kommt zu ersten körperlichen Symptomen.

 

Phase 3 – Öffentlichkeitsphase
Die/Der Mobbende/n führt weitere aggressive Handlungen aus, z.B. lächerlich machen, direkte verbale Entwertung oder sogar Androhung von Gewalt. Der/Die Betroffene/n ist verunsichert und macht Fehler – wird als „Problemmitarbeiter“ bezeichnet. Hilfesuchende werden oft nicht ernst genommen. Das Täterbild wird übernommen. Die Psyche der/des Betroffenen leidet zunehmend.

 

Phase 4 – Ausschlussphase
Gewalt und Beschuldigungen, psychisch krank zu sein, sind nur einige Beispiele für die akute Problematik dieser Phase. Psychosomatische Beschwerden häufen sich, die meist Krankschreibungen zur Folge haben. Kündigung, Versetzung oder sogar Ausschluss aus der Arbeitswelt sind das Ende der Mobbingsackgasse.

 

Quelle: Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs

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