Raucherberatung bzw. -entwöhnung

Der Weg von der gelegentlichen Zigarette zur Abhängigkeit ist beim Tabakrauchen besonders kurz. Gefährlich ist nicht nur das süchtig machende Pflanzengift Nikotin, sondern vor allem der Giftcocktail im Tabakrauch. Bei jedem Zug an der Zigarette werden mehr als 4.800 Substanzen inhaliert, mindestens 250 davon sind giftig oder krebserregend.

Rauchen verkürzt die Lebensdauer und beeinträchtigt massiv die Lebensqualität. Bereits sehr geringe Mengen von Tabakrauch sind gesundheitsschädlich. Die große Mehrheit der Raucherinnen und Raucher möchte deshalb ihr Rauchverhalten ändern bzw. mit dem Rauchen völlig aufhören. Auch das Passivrauchen hat negative Folgen für die Gesundheit. Gesetzliche Regelungen wie z.B. das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und klar deklarierte Nichtraucherräume in Gaststätten sollen Nichtraucher wirksam schützen.

 

Körperliche und psychische Abhängigkeit

Warum haben starke Raucherinnen und Raucher immer wieder Verlangen nach einer Zigarette? Schuld ist das Zusammenspiel von physischen (körperlichen) und psychischen Faktoren. Nikotin bewirkt eine vermehrte Freisetzung von Botenstoffen, die wiederum das Verlangen nach Nikotinnachschub wecken. Auf dem Weg in die Abhängigkeit steht der körperliche Gewöhnungseffekt. Bei regelmäßigem Tabakkonsum vermehren sich die Andockstellen für das Suchtgift Nikotin im Gehirn, und der Körper verlangt regelmäßigen Nikotinnachschub.

Angewöhnte Rituale, die gleichzeitig mit den Wirkungen des Rauchens eingelernt werden, spielen für das Suchtverhalten eine große Rolle: Die Zigarettenpause in der Arbeit, die Zigarette nach dem Essen, beim Ausgehen oder ähnliche Handlungen verstärken den Belohnungseffekt und somit die psychische Abhängigkeit.

Nikotin zählt zu den am stärksten suchterzeugenden und suchterhaltenden Substanzen. Die Abhängigkeit ist mit Heroin oder Kokain vergleichbar. Mit dem Übergang von der gelegentlichen Zigarette zum regelmäßigen Konsumverhalten setzt – oft schon nach wenigen Wochen – die Sucht ein. Mehr als die Hälfte der regelmäßig Rauchenden ist abhängig. Eine Nikotinabhängigkeit entwickelt sich besonders bei Jugendlichen sehr schnell. Durchschnittlich sind jugendliche Raucherinnen und Raucher nach eineinhalb Jahren regelmäßigem Tabakkonsum krankhaft nikotinsüchtig.

 

Entzugssymptome von Nikotin

Wird kein Nikotin zugeführt, bleiben die Andockstellen unterversorgt, und der Körper kann mit Entzugserscheinungen reagieren – dem typischen Merkmal einer Sucht. Zu den häufigsten Entzugssymptomen zählen:

  • Nervosität,
  • Reizbarkeit,
  • Unruhe,
  • Konzentrationsschwäche,
  • Ärger,
  • Ängstlichkeit,
  • Müdigkeit,
  • Schlafstörungen,
  • schlechte Stimmung, verstärkter Hunger, Verstopfung und
  • ein starkes Verlangen nach der nächsten Zigarette.

 

Die körperlichen Entzugssymptome sind meistens zwei Tage nach der letzten Zigarette am stärksten und lassen dann allmählich nach, bis sie nach zirka drei Wochen verschwinden. Die psychische Abhängigkeit mit der Lust auf eine Zigarette in bestimmten Situationen kann aber noch jahrelang bestehen bleiben.

Etwa jede zweite Raucherin/jeder zweite Raucher erfüllt die Diagnosekriterien für eine Abhängigkeitsstörung und ist somit suchtkrank. Zirka 50 Prozent der Raucherinnen/Raucher in der Bevölkerung wollen mit dem Rauchen aufhören, aber nur rund 30 Prozent unternehmen innerhalb eines Jahres zumindest einen ernsthaften Rauchstoppversuch. Ein Grund, warum es so schwierig ist aufzuhören, liegt im hohen Suchtpotenzial von Nikotin.

 

Den ersten Schritt setzen

Eine Raucherentwöhnung ist für jede Raucherin/jeden Raucher möglich – je früher, desto besser für die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen! Allerdings: Je stärker jemand vom Tabakkonsum abhängig ist, desto schwieriger wird der Rauchstopp! Gilt es doch, langjährige Rauchgewohnheiten abzulegen. Dafür ist es notwendig, sich die Gründe bewusst zu machen, warum man raucht. Oft sind Rückfälle zu bewältigen, sie gehören zum Prozess der Entwöhnung dazu.

 

Gewohnheiten ändern

Regelmäßiges Rauchen ist ein über längere Zeit angewöhntes Verhalten, das bei vielen Raucherinnen und Rauchern zur krankhaften Abhängigkeit geworden ist. Bei einer Raucherentwöhnung ist das Ziel, sein Verhalten zu ändern und zur Nichtraucherin bzw. zum Nichtraucher zu werden. Rückfälle können bei einer Raucherentwöhnung demotivieren, sie gehören aber auch häufig zum Entwöhnungsprozess dazu und werden von Expertinnen/Experten als wichtiger Entwicklungsschritt zu einem Leben ohne Tabaksucht gesehen. Wenn Sie einen Rauchstopp vorhaben, teilen Sie dies auch der Familie, den Freunden oder Kolleginnen/Kollegen mit, damit Sie unterstützt werden können.

 

Quelle: Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs

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