Trauer

Lebenskrisen können das gewohnte Leben schwer erschüttern. Der Umgang mit einschneidenden Erlebnissen, wie beispielsweise Todesfall in der Familie oder Verlust des Arbeitsplatzes, ist nicht einfach – obwohl sie manchmal ein natürlicher Teil des Lebenszyklus sind. Meist finden Betroffene Unterstützung durch nahestehende Menschen. Wer sich in einer Lebenskrise befindet, sollte sich jedoch auch nicht davor scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Vom Umgang mit dem Tod

Sterben gehört zum Leben. Dennoch ist der Tod oft ein Tabuthema. Ob das eigene Leben endet oder man Abschied von einem lieben Menschen nehmen muss – meist verlaufen diese Ereignisse in bestimmten Phasen.

 

Wenn ein geliebter Mensch stirbt

Von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen, fällt schwer. Manchmal bleibt dafür gemeinsame Zeit, es kommt aber auch vor, dass jemand plötzlich aus dem Leben gerissen wird, etwa durch einen Unfall.

Trauer ist ein natürlicher Prozess und läuft immer in gewissen Phasen ab:

  • Schock und Nicht-Wahrhaben-Wollen des Ereignisses („Es ist alles nur ein böser Albtraum“).
  • Starke Emotionen wie Trauer, Zorn, Wut, Angst und Schuldgefühle kommen zum Vorschein.
  • Durchleben einer Erinnerungsphase – Fotos werden betrachtet, gemeinsame Erlebnisse nachempfunden.
  • Akzeptanz stellt sich ein – der geliebte Mensch kann einen „innerlich“ begleiten.
  • Neue Orientierungsmöglichkeiten werden gefunden.

Wenn das Auftauchen aus dem Trauerprozess nicht gelingt oder die Trauer in eine Depression übergeht, bieten professionelle Anlaufstellen Hilfe.

 

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben

Die Beschäftigung mit dem nahenden Tod ist für jeden Menschen eine Herausforderung.
Sterben bedeutet, vom Körper Abschied zu nehmen. Aber was passiert mit der Seele? Darauf geben die verschiedenen Religionen unterschiedliche Antworten, und dennoch bleibt oft Ungewissheit. Jeder Mensch entwickelt seine ganz eigene Sicht der Dinge, wie es nach dem Tod weitergehen kann.

Die psychische Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben verläuft in mehreren Stufen. Die bekannte Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross hat dafür ein Phasenmodell des Sterbens entwickelt:

  • Nicht-Wahrhaben-Wollen und Isolierung,
  • Zorn und Ärger („Warum gerade ich?“),
  • Verhandeln mit den Ärztinnen/den Ärzten, dem Pflegepersonal, Gott, dem Schicksal etc.,
  • depressive Phase,
  • Zustimmung – die /der Betroffene nimmt sein Schicksal an.

Nahestehende Menschen aus Familie und Freundeskreis, aber auch professionell ausgebildete Helferinnen und Helfer (Psychologinnen/Psychologen, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten etc.) und Seelsorgerinnen/Seelsorger können dem sterbenden Menschen begleitend und mitfühlend zur Seite stehen.

 

Quelle: Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs

Zurück zu den Arbeitsschwerpunkten